Von Roboter bis Runkelrübe – Was geht ab im Klassenzimmer?

 

Foto aus: http://en.sanbot.com/industrial/education (5.5.19)

Was bei Victoria im Unterricht läuft, davon bekomme ich eigentlich nicht viel mit. Dabei sind wir jetzt schon mitten im zweiten Schulhalbjahr. Da muss ich Victoria abends schon ein bisschen ausfragen. Dann erzählt sie, dass im Technikunterricht am Computer mit Paint geübt wurde und von lustigen Ballspielen in der Sportstunde. Außerdem zeigen die Lehrer den Kindern anscheinend manchmal in der Pause Youtube-Videos wie italienische ABC-Cartoons oder „The lion sleeps tonight“. Um mehr zu erfahren, schaue ich also lieber ab und zu selber mal in die Schulbücher. Die Klasse hat erst jetzt, kurz vor Schuljahresende, mit der Subtraktion begonnen. In Italienisch werden gerade die ausländischen Buschstaben J, K, W, X, und Y geübt.

Außerdem scheint in der Klasse gerade richtig viel Aktion zu sein. Das war im ersten Halbjahr nicht so. Da wurde erstmal ziemlich viel Theorie gepaukt.

Über einen Eintrag im libretto personale, das ist das „persönliche Büchlein“ eines jeden Schülers, also quasi das Muttiheft, wurde Anfang des Jahres ein Ausflug in eine Hundezucht angekündigt. So richtig schlau wurde ich weder aus dieser Notiz, noch aus Victorias Erzählungen oder dem Elternchat über WhatsApp. Erst später im Lehrergespräch kam heraus, was die Kinder da eigentlich erlebt haben. Besucht wurde nämlich eine Hundezucht für Drogenspürhunde. Mit einem Polizeihund wurde dann „Schatzsuche“ gespielt, was ein unglaublicher Spaß für die Kinder gewesen sein muss. Zu dem Programm gehört auch eine „Pet Therapy“, die den Kindern Ängste vor Tieren nehmen soll. Dafür kommt einmal in der Woche ein Hund in die Schule.

Außerdem hat die Klasse noch jede Menge anderen Besuch bekommen. Ein Verkehrshelfer hat über das Verhalten im Straßenverkehr aufgeklärt und der Zivilschutz hat etwas über Haushaltsunfälle erzählt. Danach musste ich mir zu Hause erstmal anhören, wie man Steckdosen richtig nutzt. Victoria wollte mir weismachen, dass ich da wirklich gefährliche Dinge in meiner Küche tue…

Ein besonders interessanter Besucher war „Robot Sanbot“. Der kommt aus China und in Italien gibt es ihn nur fünf Mal. Er soll offiziell Kindern beim Lernen helfen oder mit ihnen singen und tanzen. Angeblich ermöglicht er auch einen besseren emotionalen Zugang zu autistischen Kindern. Was genau seine drei Besuche in Victorias Klasse bewirkt haben, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Anscheinend hat Sanbot auf seinem Bildschirm Videos gezeigt und tatsächlich ein wenig getanzt. Das war sicher ein robot dance move vom Feinsten. Einen kleinen Eindruck davon gibts hier:

Ich denke ja nicht, dass so ein Gerät gute Lehrer und menschliche Beziehungen ersetzen kann. Immerhin sind die Kinder jetzt auf dem neusten Stand der Technik.

Viel wichtiger ist doch echtes Leben im Klassenzimmer! Dort hat Victorias Klasse Gemüsesamen ausgesät und genau beobachtet, wie schnell welche Pflanze wächst. Die Geschwindigkeit der Bohnen hat alle am meisten beeindruckt. Nun sollen die Pflanzen im Schulhof eingepflanzt und dort weiter gepflegt werden.

Alles in allem habe ich mich nach dem eher trockenen ersten Halbjahr über die vielen Aktionen jetzt gefreut. Auch in der Kita sollte es eigentlich zwei Ausflüge geben. Stattgefunden hat davon noch keiner. Dort schaffen sie es ja noch nicht mal jeden Tag in den Garten. Aber dann sind die Kinder ja auch schon mit ein bisschen Sand und Gras zufrieden.

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