Ostern – Hauptsache Schokolade!

Ostern! Hier in Italien heißt Ostern: viel Schokolade. Schon seit Wochen waren die Supermärkte gefüllt mit riesigen, in meterhohes Plastik eingehüllten Schokoladeneiern. Zwischen den Gemüseregalen steht man dann also plötzlich vor einem Schokoladenei, das fast so groß ist wie man selbst. Alles andere scheint Nebensache zu sein.

Riesen-Eier in Glitzerplastik soweit das Auge reicht. Und das ist nur eine von mehreren Ostereier-Ecken dieses Ladens…
Unser Oster-Frühstückstisch mit einem Osterlamm aus der Heimat, unserer Osterkerze, einer italienischen Ostertaube „Colomba“, Motivkeksen vom Bäcker und vielem mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im katholischen Italien könnte man vielleicht denken, dass die Fastenzeit und die Karwoche eine besonders große Rolle spielen würden. Sicher gibt es einige Regionen mit besonderen Prozessionen oder Traditionen wie zum Beispiel in Rom, bei uns war davon jedoch nichts zu spüren. In unserer Pfarrei waren zum Kreuzweg nur einige Rentner da. Die Traditionen direkt zu Ostern drehen sich hier eigentlich nur ums Essen. Ostereier bemalen macht in Italien keiner. Deshalb haben wir dazu ein paar Schulfreunde von Victoria eingeladen, die ganz begeistert mitgemacht haben. Das Eier Auspusten mussten die Mütter aber auch erst einmal lernen.

In den Bäckereien gab es passende Motivkekse zum Fest: Küken, Hasen, Eier, Glocken. Das eigentlich traditionelle Gebäck ist aber die Colomba di Pasqua, die Ostertaube. Den süßen Hefekuchen in Taubenform findet man in unzähligen Varianten. Hier im Veneto gibt es außerdem noch die Focaccia veneta, einen runden Kuchen, der im Grunde aus dem gleichen Teig besteht.

Natürlich mussten wir auch so eine Colomba probieren, die ich in meiner Lieblingsbäckerei gekauft habe. Da wir aber auch nicht auf unser traditionelles Osterlamm aus Rührteig verzichten wollten, war unser Frühstückstisch am Ostersonntag gut gefüllt. Später sind wir in einen Park gegangen und haben dort eine richtige Ostereiersuche veranstaltet. Damit waren wir allerdings die einzigen, denn die italienischen Kinder bekommen ihre Ostersüßigkeiten und Mega-Eier einfach in die Hand gedrückt. Zum Glück hatten wir Besuch aus Deutschland, mit dem es sich wunderbar Verstecken und Suchen lies. Außer jeder Menge Schokolade mussten die Mädchen auch gekochte bunte Eier und einige kleine Geschenke von den Großeltern finden.

 

 

Zu Pasquetta wird in Italien ausführlich gepicknickt.

Am Ostermontag konnten wir bei einem Ausflug doch noch eine schöne italienische Tradition erleben. Während viele Italiener den Ostersonntag eher mit den Verwandten verbringen, unternehmen sie zu Pasquetta („Österchen“) vor allem mit Freunden Ausflüge in die Umgebung. Ein ausgedehntes Picknick darf dabei natürlich nicht fehlen. Da haben wir uns mit unserem Proviant auch gleich mit auf die Picknickwiese gesellt.

Nun ist Ostern schon wieder vorbei. Was bleibt, ist ein riesiger Korb voll Schokolade. Denn nicht nur die Großeltern wollten Victoria und Valentina einen Ostergruß ins Ausland schicken – auch von Großtanten, Nachbarn und aus der Schule haben sie ziemlich viel Süßkram bekommen. Und ein überdimensionales italienisches Ei gab es natürlich auch für jeden. Das hat sich allerdings überhaupt nicht gut zum Verstecken geeignet – mit dem riesen glitzernden Plastikbüschel!

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