Sturmfrei – Aqua Alta in Venetien

Ende Oktober gab es in ganz Italien so stürmisches Wetter, dass davon auch in den deutschen Nachrichten berichtet wurde und viele mich gefragt haben, ob wir denn heil davongekommen seien. Tatsächlich haben wir von den Unwettern selber gar nicht so viel mitbekommen. Es hat mal ein paar Tage geregnet und an einem Abend stark gewindet, ich selber hätte das aber nicht für besonders schlimm gehalten. Umso mehr habe ich mich gewundert, als in der WhatsApp-Gruppe der Eltern von Victorias Klasse jemand meinte, es gäbe wohl am nächsten Tag aufgrund der meteorologischen Verhältnisse schulfrei. Nach und nach sickerten mehr Informationen durch und endlich gab es dann offizielle Erklärungen von der Schule, der Stadt und der Universität: Alle Schulen und Kindergärten der gesamten Region Venetien blieben für zwei Tage geschlossen, die Univeranstaltungen fielen aus. Uns kam das ganz gelegen, da gerade Oma und Oma da waren und wir so ein bisschen mehr gemeinsame Zeit hatten. Andererseits mussten die Kinder dadurch das Touristenprogramm mitmachen, das wir uns schon für die Vormittage ausgesucht und teilweise schon gebucht hatten. Das meiste davon war aber trotz Regen gut machbar und auch für die Kinder spannend. Das riesige Holzpferd im Palazzo della Ragione beispielsweise lässt kein Kind unbeeindruckt. Und im Botanischen Garten konnte man so schön durch den Matsch schlittern!

Für Dienstag hatten meine Eltern ein Zimmer in Venedig gebucht. Ausgerechnet am Montag war dort der höchste Wasserstand seit zehn Jahren gemessen worden und der Markusplatz wurde sogar evakuiert. Das wollte ich mir auch gern mal ansehen und so sind wir kurzerhand auf einen Tagesausflug mitgefahren. Da die im Winter regelmäßig auftretenden Hochwasser in Venedig aber gezeitenabhängig sind und somit nur ein paar Stunden andauern, war trotz Rekordhöhe nicht mehr viel davon zu sehen. Das Wasser schwappte zwar hier und da noch auf die Fußwege, aber die Stege, die bei aqua alta für die Touristen aufgestellt werden waren bereits wieder eingeklappt. In vielen Türen steckten allerdings noch Schutzbarrieren und aus einigen Wohnungen wurde noch das Wasser ausgekehrt. Abseits der Touristenplätze konnten wir daher trockenen Fußes unseren ersten Venedigbesuch genießen. Die Mädchen entdeckten in jedem Löwentürknauf einen kostbaren Schatz und konnten stundenlang von jeder einzelnen Brücke herunter den Gondolieri zuwinken.

 

Seitdem ist auch bei uns das graue, kalte Herbstwetter angekommen, aber sturmfrei wird es wohl hoffentlich nicht so schnell wieder geben.

Gummistiefel waren hier definitiv die richtige Wahl.
Warten auf die nächste Gondel.

 

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