Raus ins Grüne – Parco Etnografico di Rubano

Die schönsten Ausflüge mit Kindern sind meistens die in die Natur. Da wir ohne Auto aber schlecht in die Euganeischen Hügel kommen und der Strand auch über eine Stunde weit weg ist, habe ich nach anderen Möglichkeiten Ausschau gehalten. Gefunden habe ich den Parco Etnografico in Rubano, 20 Minuten mit dem Bus entfernt.

 

Der Park ist dreigeteilt und komplett kostenfrei zugänglich. Zuerst gelangt man zum Haupthaus mit Café, Bar und Restaurant. Im hauseigenen Ofen wird frisches Bio-Brot gebacken. Dem Bäcker konnten wir sogar durch ein großes Glasfenster bei der Arbeit zusehen.
Nebenan gibt es aber noch etwas viel Spannenderes:  einen großen Spielplatz mit Seilbahn. Die war natürlich das absolute Highlight.

Hinter dem großen steht noch ein kleineres Haus mit Strohdach. Es ist kein Original, wurde aber einem typisch venezianischen Bauernhaus des 19./20. Jahrhunderts nachempfunden und dient als kleines Volkskundemuseum mit Originaleinrichtung. Hier können sich Kinder richtig gut das einfache Leben einer Bauernfamilie vor 100 Jahren vorstellen. In der Küche sieht man alte Küchengeräte und einen offenen Kamin. In der Werkstatt haben wir gerätselt, welche Utensilien zu welchem Beruf gehören. Das Schusterzeug und das Spinnrad konnten wir gut zuordnen, bei anderen Sachen hatten wir überhaupt keine Idee. Und im Schlafzimmer waren vor allem ein antikes Wiegenbett und die eiserne Wärmflasche interessant. Eine kleine Madonnenfigur am spärlichen Waschtisch darf natürlich auch nicht in der Einrichtung fehlen.

Nach den Häusern, dem Spielplatz und den Gehegen von ein paar Ziegen und Eseln beginnt der zweite Teil des Geländes: Zwei große Gemeinschaftsgärten können anscheinend von Privatleuten gemietet und bewirtschaftet werden. Wir haben auch ein paar gärtnernde Rentner getroffen – und eine Enkelin in Victorias Alter, die sich furchtbar gelangweilt hat.

Dahinter grenzt dann der ruhige Teil an, wegen dem ich vor allem hergefahren war. Ein kleiner Wald reicht bin an einen großen See heran. Um den kann man zwar nicht komplett herumgehen, aber die Wege schlängeln sich durch den Wald und am See entlang und sind gesäumt von vielen Infotafeln, denn dieses Stück des Parks ist als Naturlehrpfad angelegt. Überrascht waren wir vor allem von unzähligen Schildkröten, die im See leben und sich auf treibenden Baumstämmen sonnten.

Der Park hat wirklich eine tolle Mischung aus Natur, Ruhe, Infos und Spielmöglichkeiten zu bieten. Wir hatten zwar unser eigenes Picknick dabei, aber wer hier essen möchte, ist mit der Hofküche sicher auch gut versorgt. Das Restaurant wurde am Nachmittag von eine Hochzeitsgesellschaft gemietet. Auf der anderen Seite gab es auch einen Kindergeburtstag. Beide Feiern waren aber ziemlich entspannt und haben sich auf dem Gelände problemlos verlaufen. Laut Website kann man die Location aber nicht nur für Feiern buchen, sondern auch mit Gruppen Workshops zum Thema Natur, Brotbacken oder historisches bäuerliches Leben machen. Das wäre doch mal ein schöner Klassenwandertag!

Ein einziger Dämpfer war unser Heimweg, da am Wochenende nachmittags keine Busse mehr in die Stadt fahren. Wir mussten also trampen, wurden aber zum Glück bald mitgenommen. Mit einem eigenen Auto wäre das natürlich viel entspannter gewesen – aber eine Lösung findet sich immer irgendwie!

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