Chaos und Improvisation – aber nette Nachbarn

Unsere Reise begann mitten in der Nacht und gleich abenteuerlich mit einem kleinen Blechschaden (Opas Auto gegen Omas Gartenmauer), verlief aber ansonsten gut. (Mehr zum Flug hier.) Am Nachmittag kamen wir dann endlich in unserer neunen Wohnung an. Groß, schön, aber leider noch eine Woche lang ohne Wasser. Da ist Improvisation angesagt: gleich am ersten Tag haben wir auf einem nahe gelegenen Spielplatz einen Trinkwasserbrunnen entdeckt. Zum Glück haben unsere sehr freundlichen Nachbarn Silvana und Antonio uns dann aber noch gezeigt, dass es im Keller einen Wasserhahn gibt, den wir nun regelmäßig anzapfen. Und um endlich mal zu duschen waren wir gestern in einem Schwimmbad, das einen spannenden Anblick bot: Aquagymnastik mit Badekappenpflicht in furchtbar heruntergekommenem Ambiente.

Die Wohnung ist zwar grob eingerichtet (Betten, Lampen, Teller, Besteck), aber plötzlich merkt man, was man alles für Kleinkram benötigt: Wischlappen, Klammern, Besen, Salz, einfach alles. Zum Glück finden sich hier sehr viele „Chinesenläden“, also Läden mit Verkäufern asiatischer Herkunft, die ausschließlich Billigramsch führen. Haushaltskram, Schreib- und Bastelwaren, Spielzeug, Fahrrad- und Haustierzubehör. Hier konnten wir uns schnell mit den meisten fehlenden Dingen eindecken.

Schwieriger wird es da schon bei der Bürokratie. Nachdem ich von drei Unibüros immer weitergeschickt wurde, kam ich endlich an der richtigen Stelle an. Allerdings sind meine Unterlagen noch nicht fertig, da das Sekretariat meinen Vor- und Nachnamen vertauscht hat. Ich werde also demnächst nochmal hinmüssen. Immerhin wussten sie sofort, wer ich bin – mit Kindern hat man doch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal.
Glücklicherweise habe ich hier in der ersten Woche noch meine Mutter an meiner Seite. So kann ich solche Behördengänge allein erledigen, während sie bei den Kindern bleibt. Auch das Einkaufen wird so unkomplizierter, weil schnell mal einer allein gehen kann. Sie spricht zwar kein Wort Italienisch, aber man kommt auch ohne erstaunlich weit.

Zu allem Übel ist leider noch mein Computer von uns gegangen, so dass es vorerst bei diesem mühsam auf dem Handy getippten Eintrag bleiben wird. Bald habe ich das Problem hoffentlich gelöst, dann geht’s hier so richtig los!

Die beiden Mädchen überstehen das Chaos und die langen Fußmärsche durch unbekannte Gassen derzeit mit wechselnden Gefühlslagen zwischen völlig aufgekratzt und total erledigt.

Das wichtigste, was ich in den letzten Tagen gelernt habe: Wer sich traut, Leute anzusprechen, bekommt auch Hilfe! Wir wurden mit Kindern und Koffern zur Wohnung gefahren, haben schon die Nummer einer netten Studentin für alle möglichen Fragen bekommen, bekamen das Angebot, dass sich der Nachbars-Sohn mal den Laptop anschaut und am besten sind sowieso Silvana und Antonio, die uns Wasserkanister hochschleppen und besorgt fragen, ob wir auch ja genug zu essen haben. Also, das Networking funktioniert schon mal ganz gut!

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