Schöne Strände – nicht nur für die Badesaison

Auf zum Meer!

Wie schön es ist, in Tagesausflugsnähe zum Meer zu wohnen! Das haben wir natürlich einige Male genutzt und verschiedene Strände in und an der Lagune von Venedig besucht. Je nach Erwartung wurden wir dabei mal positiv, mal negativ überrascht. Auf jeden Fall hatten wir immer Spaß – auch im Winter.

Sottomarina
Ca’Roman
Porto Caleri
Pellestrina
Alberoni / Lido di Venezia
La Certosa

Sottomarina

Wer sich in Padua nach Stränden erkundigt, stößt unweigerlich auf Sottomarina. Die Halbinsel, die zur Gemeinde Chioggia gehört, liegt direkt am südlichen Zipfel der venezianischen Lagune.
Nach Sottomarina ging unser erster Strandausflug. Ohne Vorwarnung landeten wir in großen Menschenmassen, in denen eine entspannte Strandatmosphäre irgendwie nicht aufkam.

Die gesamte östliche Seite der Halbinsel besteht aus einem langen, breiten Strand, der fast komplett kommerziell betrieben wird. Teilweise ist vor lauter Liegestühlen der Sand nicht mehr zu sehen. Ein eigener Sonnenschutz darf allerdings nicht aufgestellt werden, man soll ja bitte schön den angebotenen Mietservice nutzen. Dafür führen in regelmäßigen Abständen Pfade bis fast zum Wasser, die vor dem heißen Sand schützen und auch für Kinderwägen und Rollstühle sehr nützlich sind. Am Strand befinden sich natürlich auch jede Menge Bars, Restaurants und Spielplätze. Für den gemeinen Handtuchbenutzer bleibt da nur ein schmaler Streifen direkt am Wasser.

Im Sommer war dieser Ort für Badeausflüge nichts für uns. Allerdings bin ich einmal mitten im Januar mit den Kindern hingefahren. Einige Bereiche sind dann abgesperrt und unzugänglich. Wer aber aufmerksam sucht, findet zwischen den Sperrzäunen auch Zugänge, zum Beispiel links neben dem „Restaurante Tomato by Clodia“. Nun hatten wir einen riesigen Strand für uns, den wir nur mit ein paar Spaziergängern und Hundebesitzern teilen mussten. Ganz nebenbei haben wir aufgrund der fehlenden Sammelkonkurrenz die schönsten Muscheln gefunden, die das raue Wintermeer angespült hatte.

Sottomarina ist der von Padua am einfachsten zu erreichende Strand. Ein Überlandbus fährt direkt vom Bahnhof in Padua bis zum Busbahnhof in Sottomarina (Sottomarina Autostazione). Die Fahrt dauert ca. 80 Minuten. Von der Haltestelle aus läuft man in Fahrrichtung rechts vorbei am Park in die Viale Umbria und kommt direkt gegenüber des „Ristorante Tomato“ heraus.
Die Streckt kann natürlich auch mit dem Auto gefahren werden. Egal ob mit privatem oder öffentlichem Fahrzeug sollte man beachten, dass gegen Abend alle gleichzeitig die Insel verlassen wollen. Da steht man auch schnell mal zwei Stunden lang im Stau.

Im Sommer Massenbetrieb…

… im Winter freies Buddelgelände.
Ca’Roman

Nördlich vor Sottomarina liegt die Insel Ca’Roman. Man kann also den gleichen Bus nehmen, steigt allerdings bereits zehn Minuten eher an der Haltestelle Chioggia Campo Marconi aus und läuft ca. 15 Minuten die hübsche Promenadenstraße von Chioggia entlang bin zum Hafen (Corso del Popolo). Von dort fährt im Halbstundentakt die Fähre Nr. 11 in Richtung Venezia Lido. Wer gleich am ersten Halt aussteigt (auf Anfrage!), befindet sich nun auf der kleinen Insel Ca’Roman. Hier findet sich nichts weiter als ein uriger Kiosk direkt am Anleger, ein Bungalowdorf und ein kleines Naturschutzgebiet, bestehend aus Wald und naturbelassenem Strand. Man kann wohl auch einige Bunkerüberreste finden. Zu denen bin ich mit den Kindern allerdings nie vorgedrungen, obwohl wir diese schöne Insel mehrmals besucht haben. Dafür haben wir hier Venusmuscheln gesammelt und später zu Hause gekocht. Wenn man weiß, wonach man suchen muss, sind die Muscheln im flachen Wasser gut zu finden. Dann mit viel Olivenöl und Knoblauch in die Pfanne – Italienische Küche aus eigener Hand!

Unbedingt an den Strand mitnehmen sollte man große Decken. Aus denen kann man mit Hilfe von Ästen einen Sonnenschutz bauen, denn eine Schirmvermietung gibt es hier nicht. Dafür geht es schön flach ins Wasser, so dass Kinder wunderbar plantschen können. Der Strand ist meist angenehm leer und war für uns die beste Version, ohne Auto ans Meer zu gelangen. Allerdings sollte man sich gut über die Rückfahrzeiten von Fähre und Bus informieren, sonst kann der Rückweg unangenehm lang dauern.

Erreichbar auch sehr gut mit dem Rad über die Murazzi, eine Schutz- und Verbindungsmauer von der Insel Pellestrina nach Ca’Roman.

Das urige Kiosk am Fähranleger. Rechts der Weg samt Mauer, der durchgängig bis zum Lido führt.

Am naturbelassenen Strand liegt zwar jede Menge Holz, das kann man aber gut zum Sonnenschutzbau nutzen.

Das Abendessen aus eigener Ernte
Porto Caleri

Porto Caleri ist unter den von uns besuchten Stränden mein absoluter Favorit! Den Strand erreicht man von Padua aus leider nur mit dem Auto, weshalb wir ihn nur einmal besuchen konnten. Die knapp eineinhalb stündige Fahrt hat sich aber gelohnt. Das Besondere ist nicht etwa der Strand an sich, der wie andere naturbelassene Strände der Gegend voller großer Äste liegt, aus denen man sich einen Sonnenschutz bauen kann, und der einen schön flachen und kinderfreundlichen Zugang zum Wasser bietet. Zwischen Parkplatz und Strand befindet sich nämlich linkerhand noch der Botanische Garten Giardino Botanico Litoraneo del Veneto. Hier kann man für einen kleinen Obolus auf Holzstegen durch den Wald gehen und kommt dabei auch bis vor zu den Dünen. Allerdings werden größere Bereiche der Pfade mittags und abends zugeschlossen – nicht einsperren lassen! Rechterhand gibt es auch noch einen Holzpfad, der ebenfalls zum Giardino gehört, aber komplett frei zugänglich ist. Dieser führt auf Lagunenseite sogar direkt über dem Wassern entlang. So kann man unter sich die Fische und in der Nähe vielleicht auch mal einen Reiher beobachten.

Die Wege des Botanischen Gartens führen mal durch den Wald…

…und mal direkt durch die Lagune.

Auch hier baut man sich abenteuerliche Sonnenschutzgebilde aus dem herumliegenden Holz.

Wir natürlich auch. Wir sind dabei allerdings noch nicht so geübt – da müssen wir wohl öfter kommen!
Pellerstrina

Diese lange, schmale Insel trennt die venezianische Lagune zwischen dem Lido di Venezia und Chioggia vom Meer. Man erreicht sie mit der Fähre sowohl von Chioggia als auch von Venedig aus.

Wir hatten das Glück, dass eine befreundete Familie jedes Jahr im Sommer mehrere Wochen lang ein Haus im Ort San Pietro in Volta mietet. Dorthin luden sie uns gegen Ende unseres Auslandsjahres zu einem gemeinsamen Wochenende ein. Tagsüber konnten wir am nur 50m entfernten Strand baden, Muscheln sammeln und Sandburgen bauen. Alle Stammgäste der Insel hatten einen Dauerplatz mit Sonnenschutz. So konnten wir einfach unsere Spiel- und Badesachen liegen lassen, wenn wir für das Mittagessen und zur Siesta ins Ferienhaus gingen. Abends versammelten sich Einheimische und Gäste an der ebenfalls nur 50m in die andere Richtung entfernten Lagunenmauer. Bar und Gelateria versorgten alle mit Eis und Aperol Spritz, während man sorglos den Sonnenuntergang über der Lagune genießen konnte. Hier lernte ich am ersten Abend die beiden Fischer Mauro und Natalino kennen, mit denen ich spontan am nächsten Morgen um 5 Uhr zum Miesmuschelfischen loszog. Ich konnte sie aufgrund ihres starken venezianischen Dialektes und des lauten Motorbootes zwar kaum verstehen, aber zwei original einheimischen Fischern bei der Arbeit zuzusehen, während die Kormorane vor dem aufgehenden roten Sonnenball müde auf den Holzpflöcken saßen, war ein äußerst eindrucksvolles Erlebnis. Natürlich gab es dann mittags Pasta mit frisch gefangenen Miesmuscheln.

An diesem Strand geht es nicht ganz so flach ins Wasser wie an den anderen, er ist aber dennoch kindertauglich. Ältere Kinder machen sich hier vor allem einen Spaß daraus, auf der Lagunenseite von der Hafenmauer ins Wasser zu springen. Zum Baden ist diese Seite davon abgesehen nicht geeignet.

Mauro (von vorn) und sein Bruder Natalizio bei der Arbeit.

Die Kormorane auf den Fanggestellen lassen sich nicht stören.

Mit dem Fang geht es zurück in den noch schlafenden Hafen.

Der Kirchturm im Hintergrund steht direkt an der Lagune, also auf der anderen Seite der Insel.

Den Abend lässt man am besten an der Lagune ausklingen – mit Eis und Aperol Spritz.
Alberoni / Lido di Venezia

Alberoni ist die südlichste Ortschaft des Lido di Venezia und der einzige Strand, den wir von dieser berühmten Insel besucht haben. Besonders der nördliche Strand der Insel wird zu großen Teilen kommerziell betrieben und soll wohl aufgrund der Popularität und der Nähe zum Stadtkern Venedigs recht überlaufen sein.

Wer von Venedig kommt, fährt mit der Fähre zum Lido und von dort mit dem Bus die ganze Insel entlang bis nach Alberoni. Will man sich nicht erst durch ganz Venedig kämpfen, kann man vom Festland aus auch mit dem Auto oder mit Zug und Bus nach Fusina fahren und dort mit der Fähre direkt nach Alberoni übersetzten. Auf diesem Weg durchquert man die südliche Lagune, in die man ansonsten mit den normalen Vaporetto-Linien nicht gelangt. Die Fähre gehört allerdings zu einem anderen Unternehmen als die venezianischen Wasserbusse. Deren Tages- oder Wochenkarten gelten hierfür also nicht.

Ob mit Fähre oder Bus, von der Haltestelle läuft man noch etwa zehn Minuten, bis man zu einem Restaurant mit Sonnenstuhlvermietung gelangt. Um zum freien Strand zu kommen, haben wir uns einfach seitlich davon durch die Dünen geschlagen, vorbei an verfallenen Baracken. Der Strand selbst ist schön aber ohne große Besonderheiten. Dafür waren hier sehr viele Kitesurfer unterwegs.

Informationen zur Linie Fusina – Alberoni: https://www.terminalfusina.it/de

La Certosa

Von einem Bekannten hatte ich die Empfehlung erhalten, mir den Strand auf der Insel La Certosa anzusehen, Sie liegt direkt neben der Hauptinsel der Lagunenstadt und ist mit dem venezianischen Fährennetzt zu erreichen (Linien 4 und 5).

Die Insel ist tatsächlich sehr schön. Eine kleine Ecke wird von einer Hotelanlage genutzt, ansonsten befinden sich hier ein paar Ruinen und vor allem Grünfläche und Wald. Wer ein paar vollgepackte Tage in Venedig verbracht hat, findet hier eine gute Gelegenheit, um in Ruhe ein Buch zu lesen oder im Grünen spazieren zu gehen.

Der Strand der Insel war dann allerdings ziemlich enttäuschend. Das kleine Fleckchen verdreckten Sandes, das zudem noch unangenehm roch, wurde vor allem von einigen Hundebesitzern besucht. Im flachen Wasser wimmelte es nur so von kleinen Krabben, was das Laufen zum Abenteuer machte. Auf einer großen Sandbank konnte man zumindest gut „matscheln“. Dahinter begann allerdings gleich die Fahrtrinne, in der auch der ein oder andere Kreuzfahrtriese vorbeikam. An keiner Stelle konnte man wirklich baden, geschweige denn eine Runde schwimmen.

Der Besuch auf Certosa war das eindrucksvollste Beispiel für uns, dass das Baden innerhalb der Lagune kein großes Vergnügen ist. Die richtigen Sandstrände liegen eben der Adria zugewandt.

Die Insel mag ja sehr schön sein…

…der Strand gibt allerdings nicht besonders viel her.

Immerhin taugt die Sandbank wunderbar zum Matscheln.

Den Weg dahin muss man sich allerdings erkämpfen.

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