La befana vien di notte – Die Befana kommt des nachts

Die Weihnachtstage haben wir in Deutschland verbracht mit allem, was für uns dazugehört: Krippenspiel, Geschenke und Gottesdienste, essen bis zum Umfallen und Besuche bei allen Omas.

Während für deutsche Kinder Weihnachten mit den Feiertagen größtenteils erledigt ist, geht es bei den italienischen Kindern nach Silvester erst so richtig los: in der Nacht zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, kommt die gute Hexe Befana und steckt ihnen Süßigkeiten und Geschenke in die Socken oder Schuhe.

Der Legende nach erfuhr die Hexe von den drei Weisen aus dem Morgenland von der Geburt des Jesuskindes. Weil sie sich aber zu spät auf den Weg machte, war der Stern schon verschwunden und sie konnte den Stall nicht finden. Seitdem beschenkt sie jedes Jahr alle Kinder in der Hoffnung, dass irgendwo auch der kleine Jesus dabei ist. 

Eine andere, deutlich traurigere Legende erzählt von einer Frau aus Palestina, die zur Zeit der Geburt Jesu aus dem Haus ging, um ihrem Kind ein Geschenk zu kaufen. Als sie zurückkam, fand sie ihren kleinen Sohn tot vor – er war Opfer des von Herodes angeordneten Kindermordes geworden. Daraufhin wurde sie verrückt und streift seitdem umher, um andere Kinder zu beschenken.

Der Name Befana leitet sich vom italienischen Epifania (Fest der Erscheinung des Herrn, Dreikönigsfest) ab. Die zwar hässliche aber gutmütige Hexe verteilt Süßigkeiten an die guten Kinder. Die bösen erhalten dem Brauch nach Kohle. Heute handelt es sich dabei aber um schwarz gefärbte Zuckerstücke.

Speziell in Padua findet außerdem am Abend des 6. Januars ein Event statt, das im völligen Gegensatz zu dem positiven Bild der Hexe steht. Auf dem großen Platz Prato della Valle wird, den mittelalterlichen Hexenverbrennungen entlehnt, eine gigantische Lagerfeuerhexe verbrannt.

Eigentlich sind wir pünktlich am 5. Januar nach Italien zurückgekehrt und ich hatte ein bisschen gehofft, die Nachbarn würden den Mädchen vielleicht einen gefüllten Strumpf an die Tür hängen. Leider gingen sie leer aus – aber dafür kam bei uns ja der Nikolaus.

 
 

 

 

 

Die Fotos stammen ausnahmsweise nicht von mir. Ich habe sie der Facebook-Seite „Padova in Foto“ entnommen: https://www.facebook.com/pg/padovainfoto/photos/?ref=page_internal (08.01.2019).

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